[.beat them back.] - News

Es gibt immer was zu berichten. Auf dieser Seite erfahrt ihr das Neueste von unseren Kampagnen und erfahrt, was die Presse so von uns zu berichten weiss.

Ausserdem veröffentliche wir hier Mobilisierungsaufrufe zu Demos und Aktionen, die wir unterstützen oder für unterstützenswert halten.

Mobilisierung & Ankündigungen

Megaphon[.Beat them back.] blockiert mit! Am 27. März auf nach Lübeck!

Mittwoch, 10.03.2010

Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck!

Für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft!

Wie in jedem Jahr seit 2006 wollen auch 2010 Nazis wieder in Lübeck aufmarschieren. In den vergangenen zwei Jahren bedeutete das: Ein ganzer Stadtteil wird abgeriegelt, damit die Nazis unbehindert von Protest und Widerstand ihre geschichtsverfälschenden Parolen verbreiten können.

Es bedeutet aber auch, dass Tausende Menschen aus Lübeck und Umgebung sich versammeln, um deutlich zu machen: Wir schweigen nicht, wir sehen nicht tatenlos zu, bei diesem braunen Treiben. Wir stehen für eine offene, demokratische und tolerante Gesellschaft, in der für rassistisches und antisemitisches Gedankengut, für eine Verherrlichung des Hitler-Regimes kein Platz ist.

Wir sind uns bewusst, dass sich hinter den Parolen der Nazis das Bestreben versteckt, die Verbrechen Nazi-Deutschlands zu wiederholen. Dem stellen wir uns entschlossen in den Weg! Seit 2006 haben sich Lübeckerinnen und Lübecker aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammengefunden und das Bündnis Wir können sie stoppen ins Leben gerufen. Bei allen unterschiedlichen weltanschaulichen, politischen und religiösen Positionen eint uns die Überzeugung, dass die Demokratie der Naziideologie grundsätzlich, undiskutierbar und ganz entschieden entgegen steht.

Auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams haben wir das in den vergangen Jahren klar und deutlich zum Ausdruck gebracht: 2006 hat unsere gemeinsame Blockade auf der Holstentorbrücke den Nazis den Weg in die Innenstadt versperrt. 2007 konnten wir eine Kundgebung der Nazis auf dem Kohlmarkt verhindern, weil wir von dort nicht gewichen sind. 2008 wurde der Nazi-Aufmarsch durch St. Lorenz-Nord mittels einer Sitzblockade in der Hansestraße erheblich verzögert. 2009 wurde durch starke Präsenz von Gegendemonstranten die Naziroute durch die Polizei verkürzt. An diese erfolgreichen Aktionen wollen wir 2010 anknüpfen.

Wir werden die Straßen Lübecks nicht den Nazis überlassen. Gleichzeitig suchen wir nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Neben Kundgebungen und Menschenketten halten wir besonnene und entschlossene Sitzblockaden auf der Aufmarsch-Route der Nazis für ein geeignetes Mittel, dafür zu sorgen, dass diese alljährlichen Aufmärsche in Zukunft unterbleiben. Dies wird gelingen, wenn sich Tausende Menschen am 27. März 2010 an solchen Aktionen beteiligen!

„Beat them back“ und etliche weitere linke Gruppen aus Flensburg wollen die Blockaden in Lübeck unterstützen.

Treffpunkt für eine gemeinsame Fahrt nach Lübeck:

27. März 2010, Bahnhof Flensburg um 8.45h

Megaphon27. - 28.11. - Antifa-Intermezzo in Flensburg

Montag, 09.11.2009

Beat them back lädt zum Antifa-Wochenende

Nicht selten kann die antifaschistische Bewegung behaupten gesellschaftliche Diskussionen losgetreten zu haben. Dringliche Probleme und eklatante Missstände wären oftmals nicht thematisiert worden, wenn Antifas nicht mit Nachdruck auf rassistische, antisemitische und neonazistische Tendenzen und Tatsachen hinweisen würden.

Dass wir keine Massenbewegung sind, ist schade für die Gesellschaft. Unser Einfluss bleibt begrenzt und lässt viele Lücken für Intoleranz und braunen Hass. Die Einflussnahme von antifaschistischen Gruppen weist dabei große regionale Unterschiede auf, genauso wie die praktische Arbeit vor Ort.

Das Antifa-Intermezzo lädt alle Antifaschistinnen und Antifaschisten ein, über diese Unterschiede zu sprechen. Wo fruchtet welche Strategie? Welche Ansätze erscheinen viel versprechend? Mit welchen Methoden treten wir gegen nazistische Großveranstaltungen an?
Diese Fragen wollen wir am Freitag auf einer Podiumsdiskussion diskutieren.
Am Samstag werden verschiedene Workshops angeboten. In ihnen werden wichtige Aspekte aus der antifaschistischen Theorie und Praxis behandelt.

Zusätzlich wird es an beiden Abenden ein buntes Kulturprogramm mit hohem Unterhaltungswert geben. Wir wünschen uns für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anregende Diskussionen in einer solidarischen Atmosphäre. Das Intermezzo will Impulse aussenden und Denkanstöße liefern, damit antifaschistische Arbeit vor allem eines wird oder bleibt: erfolgreich!

Programm:

Freitag

  • 19.30 Uhr - Podiumsdiskussion mit Jörg Welzer (Cabel Street Beat, Gütersloh), Axel Hoffmann (Avanti, Kiel), Andrea Röpke (angefragt) und der Antifa KOK (Düsseldorf-Neuss)
  • 22.30 Uhr - Musikalische Exkursion in die Geschichte der Arbeiterlieder 0.00 Uhr – Marius del Mestre (Ton Steine Scherben)

Samstag

  • 9.30Uhr - PGP Verschlüsselungstechnik am PC / Workshop
  • 10.00 Uhr - Wie male ich ein Transparent? / Workshop
  • 10.00 Uhr - Das Versteckspiel. Codes in der Naziszene / Workshop
  • 10.30 Uhr - Auf den Spuren von Verfolgung und Widerstand von 1933 bis 1945 in Flensburg / Stadtrundgang
  • 19.00 Uhr - 1,2 oder 3 - Revolution Style. Spielshow
  • 21.00 Uhr - Konzert mit Holger Burner (HipHop/HH) und DIE CIAOCESKOS (Ska/Potsdam) u.a.
  • im Anschluss: Cable Street Beat Soundsystem

Infos

  • Die Page zum Wochenende: www.antifa-intermezzo.de
  • Veranstaltungsort; Jugendkulturhaus Exxe, Zur Exe 25, Flensburg
  • Teilnahmekosten: 10,00 € normal / 7,00 € ermäßigt
  • Anmeldungen an: ign-fl@web.de
  • Veranstalter: Initiative „Beat them back“, Jugendverband Fördebande e.V.
  • Kooperationspartner: Flensburger Jugendring e.V., Werkstatt Utopie & Gedächtnis SH

Antifa Intermezzo

MegaphonWi fohr'n to Brarupmarkt!

Mittwoch, 15.07.2009

Vom 24. - 28. Juli 2009 ist in Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) wieder der Brarupmarkt zu erleben. Ein traditionsreicher Jahrmarkt, dessen Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht.

Zur jüngeren Tradition des Marktes gehört es leider, dass junge Neonazis dieses ländliche Event nutzen, um gemeinschaftlich aufzutreten. Durch aggressives Gehabe und tatsächliche Übergriffe versucht ein ansonsten wenig einheitlicher Nazi-Mob den Markt zu dominieren und einen braunen Stempel aufzusetzen. Neonazis aus dem Kreisgebiet und aus anliegenden Kreisen zeigen sich dabei äußerst gewaltbereit: Im vergangen Jahr wurde z.B. ein junger Mann, den die Neonazis der linken Szene zuordneten, in einem öffentlichen Festzelt auf dem Markt von einer größeren Gruppe von Nazischlägern brutal misshandelt.

Von ordinären „Kirmisschlägereien“ kann man hier schon lange nicht mehr sprechen - die Gewalt ist eindeutig politisch motiviert.

Organisationen der Antinazibewegung haben sich entschlossen, in diesem Jahr dem Treiben von rechtsaußen die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und das Problem zu thematisieren.

Im Kreis Schleswig-Flensburg haben sich die Menschen in der Vergangenheit sehr erfolgreich gegen Aktivitäten und Bestrebungen der kleinen örtlichen Naziszene behaupten können. Zwei geplante Aufmärsche (Kappeln, Glücksburg) konnten sogar aufgrund antifaschistischer Intervention nicht stattfinden. Dazu hat eine dümmliche Mahnwachen-Manie* einiger verwirrter Politpsychos der lokalen NPD ein stabiles Antinazi-Netzwerk geschaffen, welches in der Lage ist flexibel und erfolgreich auf Naziprovokationen zu reagieren.

Wir sehen daher keinen Grund das bedrohliche Szenario, insbesondere für Menschen nichtdeutscher Abstammung und Linke, auf dem Brarupmarkt weiter hinzunehmen. Der Zeitpunkt ist günstig, um der braunen Vereinnahmung des Marktes zu begegnen.

Antinazis treffen sich am 25. Juli ab 14h in der Königsstraße in Süderbrarup (direkt am Marktplatz). Dort findet ein Happening gegen Nazis mit Infostand, Kaffee und Kuchen statt.

Für einen nazifreien Kreis!
Antifaschistische Aktion!
Wi fohr'n to Brarupmarkt!

Es rufen auf:
AAW=Antifaschistische Aktion Würfel
AAE=Antifaschistische Aktion Eckernförde
Arbeitskreis Süderbrarup
Ver.di Jugend
Beat them back, Flensburg

*In den letzten zwei Jahren bemühte sich die NPD vergebens Infotische in Dörfern und Kleinstädten der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg durchführen zu können. Regelmäßig wurden die Infotische be- oder verhindert. Die NPD konnte trotz krampfhafter Anstrengungen nicht an politischen Boden gewinnen.

MegaphonKein Nazi-Aufmarsch durch Lübeck!

Dienstag, 10.03.2009

Aufruf des Bündnisses „Wir können sie stoppen“:

Am 28. März 2009 wollen Nazis wieder durch Lübeck marschieren. Als Anlass soll die Bombardierung Lübecks durch die britische Luftwaffe im März 1942 herhalten.

Das ist heuchlerisch und zynisch! Denn es war Nazi-Deutschland, welches den 2. Weltkrieg entfachte und so Europa und die ganze Welt in Brand setzte.

Der Geschichtsverdrehung widersprechen

Ganz bewusst verschweigen die Nazis, dass die Bomben auf Lübeck eine Reaktion auf den deutschen Eroberungs- und Vernichtungskrieg waren. Kurz zuvor war die britische Stadt Coventry durch deutsche Luftangriffe vollständig zerstört worden.

Das Geschehen von damals wird komplett aus seinem historisch-politischen Kontext gerissen. Die Toten der Bombardierung Lübecks werden von den Nazis benutzt, um den Holocaust zu verharmlosen und die millionenfachen Verbrechen des Nationalsozialismus vergessen zu machen. Die Geschichte mahnt uns, den Nazis heute rechtzeitig und konsequent entgegenzutreten.

Den Nazi-Aufmarsch stoppen

Der jährlich stattfindende Marsch durch Lübeck hat sich zu einem Treffen von Nazis aus ganz Norddeutschland entwickelt. Veranstaltungen wie diese fördern, wenn sie erfolgreich durchgeführt werden können, den Einstieg in die Nazi-Szene, zelebrieren den Zusammenhalt im Sinne einer nationalsozialistischen Identität und dienen ihrer Vernetzung.

Vor einigen Jahren hat sich daher ein breites Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen zusammengefunden. Bei allen unterschiedlichen weltanschaulichen, politischen und religiösen Positionen eint uns die Überzeugung, dass die Demokratie der Naziideologie grundsätzlich, undiskutierbar und ganz entschieden gegenübersteht. Weil wir das Recht auf freie Meinungsäußerung als ein hohes Gut schätzen, dürfen wir denen keinen Raum geben, die die unveräußerlichen Menschenrechte mit Füßen treten und die Demokratie beseitigen wollen. Mit Gottesdiensten und Prozessionen, gemeinsamen Kundgebungen und vielfältigen Aktionen auf Straßen und Plätzen haben wir dies in den vergangenen Jahren klar und deutlich zum Ausdruck gebracht.

So ist es uns 2006 gelungen, die Nazis aus der Innenstadt herauszuhalten, indem wir mit unserer Demonstration auf der Holstentorbrücke stehen geblieben sind. 2007 konnten wir eine Kundgebung der Nazis auf dem Kohlmarkt verhindern, da wir uns nicht aus dem Bereich unseres Auftaktortes entfernt haben. 2008 hat ein Teil von uns den Nazi-Aufmarsch durch St. Lorenz-Nord mittels einer Sitzblockade in der Hansestraße erheblich verzögern können. An diese kleinen und großen Erfolge, die auch Erfolge des Zivilen Ungehorsams waren, wollen wir in diesem Jahr anknüpfen. Die Form unserer Aktionen haben wir dabei stets bewusst so gewählt, dass sie verantwortbar sind und vielen Menschen eine Beteiligung ohne Angst ermöglichen sollen.

Wenn sich am 28. März 2009 mehrere Tausend Menschen am geplanten Ort der Auftaktkundgebung der Nazis versammeln und sich von dort nicht mehr wegbewegen, werden die Nazis nicht marschieren.

Kommt zahlreich zur

antifaschistischen Kundgebung

28. März 2009, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof (Vorplatz)

„Beat them back“ beteiligt sich am antifaschistischen Widerstand in Lübeck.

Treffpunkt für eine gemeinsame Fahrt nach Lübeck:
Bahnhof Flensburg um 6.45h

MegaphonUndercover gegen Nazis - ein Skinhead erzählt

Samstag, 24.01.2009

Vortrag

Als Jugendlicher begibt sich Jörg Welzer 2 Jahre lang in die harte Neonaziszene, um diese zu bespitzeln. Seine Informationen reicht er an antifaschistische Gruppen weiter. Die braune Szene hat er bis heute nicht aus dem Blick gelassen - und die Naziszene ihn auch nicht.

Heute ist der 43-jährige Skinhead Historiker, Sozialarbeiter und Bildungsreferent. Sein Fachbereich ist der Rechtsextremismus. Das Engagement Welzers gegen Nazis ist vorbildlich, aber auch gefährlich: Er steht auf schwarzen Listen neonazistischer Organisationen.

Welzer wird über seine persönlichen Erfahrungen mit Nazis und über praktische Antinaziarbeit erzählen. Er wird über rechtsextreme Musik sprechen, über geheime Codes aus der Naziszene informieren und darüber berichten, wie und wo Neonazis versuchen Jugendliche zu rekrutieren.

Es wird aber auch ein Ausblick gewagt: Warum ist die Gesellschaft anfällig für rechten Extremismus und wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die in der Lage ist, diese Anfälligkeit abzulegen?

Freitag, 06. Februar 2009
Pauls Eck, Norderstr. 149, Flensburg

Beginn: 20h - Eintritt: Frei

Veranstalter: Fördebande & Werkstatt Utopie und Gedächtnis

Samstag, 07.Februar 2009
JUZ Süderbrarup am Schulzentrum (Kappelner Straße)

Beginn: 15h - Eintritt frei

Veranstalter: JUZ Süderbrarup, Fördebande, Werkstatt Utopie und Gedächtnis

Hinweis: Nach §6, Absatz 1 des Versammlungsgesetzes sind Mitglieder von Republikanern, DVU, NPD, "Freien Kameradschaften" und anderen extrem rechten bzw. faschistischen Vereinigungen, Organisationen und Personenzusammenhängen von dieser Veranstaltung ausgeschlossen.

No Pasaran! - Dem Nazi-Großaufmarsch in Dresden engegentreten

Samstag, 17.01.2009

Vortrag, Diashow und Diskussion

Am 13. und 14. Februar 2009 wollen wieder tausende Nazis durch Dresden ziehen. Dieser Nazi-Pflichttermin, bei dem vorgeblich den Toten der alliierten Bombardierung Dresdens im Februar 1945 gedacht werden soll, ist der größte Aufmarsch dieser Art in Europa und der letzte regelmäßig stattfindende Großaufmarsch, der den extremen Rechten in der Bundesrepublik verblieben ist.

Ein breites Bündnis ruft zum Widerstand unter dem Motto "Dresden 2009: Kein Ort für die Verdrehung der Geschichte" auf. Flensburger Organisationen wollen sich an den Protesten beteiligen und laden zur Infoveranstaltung.

Montag, 02. Februar 2009, 19.30 Uhr, Volksbad
Eintritt frei

Veranstalter: Initiative Beat them back, Avanti - Projekt undogmatische Linke, Jugendverband Fördebande

NPD Verbot jetztVortrag und Diskussion: Die NS-Szene in Schleswig-Holstein - Neonazis in Nadelstreifen

Freitag, 10.10.2008

Am Dienstag dem 14. Oktober 2008 findet ab 19.30 Uhr in der Schleswiger Bücherei (Moltke Str.1) eine Informationsveranstaltung mit dem Journalisten und Rechtsextremismusexperten Andreas Speit statt.

Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel: Längst nur noch eine Klischeevorstellung von Rechtsextremismus. Nicht nur Style hat sich verändert. Die Themen der Mitte sind mittlerweile die Themen der Rechten. Die NPD konnte sich zu dem "neuen Hoffnungsträger" in der extrem-rechten Parteienlandschaft wandeln. Auch in Schleswig-Holstein ist der neue Aufwind der ältesten neonazistischen Partei zu spüren. Selbstbewusst sucht sie die politische Auseinandersetzung.

Getreu der Bundesvorstandlinie folgend versucht der Landesverband soziale Themen aufzugreifen und lokale Verankerungen auszubauen. Die Kommunalwahlen nutzten sie um sich vermeintlich bürgernah darzustellen. In Kiel und im Herzogtum Lauenburg zogen sie in die Kommunalvertretungen. Zwei Mandate, mit denen sie sich jetzt als die "wahren Volksvertreter" gerieren wollen. Im Zusammenspiel mit den Freien Kameradschaften gelingt es der NPD auch im Norden längst Jugendliche und junge Erwachsen gezielt anzusprechen. Über einen rechten Lifestyle kommen sie zur neonazistischen Politik.

An dem Abend wird Andreas Speit noch weitere Aspekte der Entwicklung darlegen.

Hinweis: Mitglieder und Anhänger rechtsextremer Parteien und Organisationen wie NPD, DVU, REP und sog. „Freien Kameradschaften“ haben keinen Zutritt und sind nach § 6 des VersG von der Veranstaltung ausgeschlossen.

NPD Verbot jetztAntifa-Woche in Eckernförde

Dienstag, 01.07.2008

Die Antifaschistische Aktion Eckernförde (AAE) veranstaltet im Juli wieder eine Antifawoche. Wir wünschen den Organisatoren ein gutes Gelingen und empfehlen folgende Veranstaltungen:

      
Sonntag 06.07.2008

Antifaschistischer Stadtrundgang mit Albert Leuschner

Treffpunkt: 14 Uhr
Rathausmarkt

Montag 07.07.2008

Vortrag: "Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft." von Andreas Speit

Treffpunkt: 19 Uhr
Räucherei, Schnittersgang 6

Dienstag 08.07.2008

Vortrag über (Neo-)Nazis und ihre Zwecksentfremdung der Nordischen Mythologie für ihr eigenes Gedankengut und den gelungenen Versuch von Neonazis sich im Black Metal zu etablieren.

Treffpunkt: 19 Uhr
Räucherei, Schnittersgang 6

Mittwoch 09.07.2008

Vortrag: "Ich bin Jahrgang 1929? von Mariana Wilke vom VVN/bda

Treffpunkt: 19 Uhr
Das Haus, Reeperbahn 28

Donnerstag 10.07.2008

Film: Nazinetzwerk Europa

Treffpunkt: 19 Uhr
Das Haus, Reeperbahn 28

Freitag 11.07.2008

Vortrag vom Café Exil über Institutionalisierten Rassismus in Deutschland

Treffpunkt 19 Uhr
Das Haus, Reeperbahn 28

Samstag 12.07.2008

Demo - BACK TO THE ROOTS

Treffpunkt 15 Uhr
Gänsemarkt

Für alle Veranstaltungen gilt: "Nach §6 Absatz1 des Versammlungsgesetzes sind Mitglieder von Republikanern, DVU, NPD "Freien Kameradschaften" und anderen extrem rechten bzw. faschistischen Vereinigungen, Organisationen und Personenzusammenhängen von Veranstaltungen ausgeschlossen. Zudem wird sich das Recht vorbehalten Personen auch direkt vor Ort auszuschließen." Bei Nachdruck/anderweitiger Übernahme unserer Termine ist dieser Hinweis in voller Länge zu übernehmen.

Mehr Informationen unter www.antifa-eck.org

NPD Verbot jetztAnti-Nazi-Demo in Sonderburg(DK)am 10. Mai 2008

Mittwoch, 07.05.2008

Im August 2006 verkündete Jonni Hansen, der Führer der Nazipartei DNSB (Dänische Nationalsozialistische Bewegung), dass es nun auch im süddänischen Sonderburg eine Ortsgruppe seiner Partei gäbe. Tatsächlich fällt die Gruppe seitdem durch gelegentliche Aktivitäten auf. Sie organisieren NS-Konzerte, besuchen NS-Demonstrationen und halten Kontakt zur norddeutschen NS-Szene und zur NPD. So wollen DNSBler zum Beispiel den aktuellen Komunalwahlkampf der NPD in Nordfriesland unterstützen.

Die antifaschistisch ambitionierte SUF (Socialistisk UngdomsFront)aus Sonderburg ruft für Samstag, den 10. Mai zu einem Spaziergang auf, der diese Problematik thematisieren soll. Unsere Initiative begrüßt dieses Vorhaben und wird sich an der Aktion der SUF beteiligen.

Anmelder der Demo ist die SUF (Sosialistisk Ungdomsfront) Soenderborg. Die SUF ist die Jugendorganisation der Enhedslisten, letztere vergleichbar etwa mit einer Mischung aus DIE LINKE und linke GRÜNE, wenn es hier so etwas gäbe. Anlass der Demo ist das in den letzten Jahren zunehmend registrierte Treiben der NS-Gruppierung DNSB ("Dansk Nasjonalsosialistisk Bevægelse") in Südjytland, deren alles sagendes Symbol: die Hakenkreuzfahne. Spezialität der DNSB sind Nazi-Band-Konzerte, die insbesondere gern von Neonazis aus Norddeutschland besucht werden. Die Demo soll zeigen, dass weder dänische, deutsche noch sonstwelche Nazis in Südjytland und der Flensburger Region erwünscht sind.

Für interessierte Antinazis stellen wir einen Reisebus für eine gemeinsame Hin- und Rückfahrt zur Verfügung, um die Teilnahme zu erleichtern. Fahrkarten gibt es zum Stückpreis von 3,- Euro in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung, Große Str. & im AK37 in der Toosbüystrasse , solange der Vorrat reicht.

Die Busfahrt wird unterstützt vom AStA der Uni Flensburg, der IG-Metall und dem Jugendverband Foerbande.

Im Anschluss an die Demo findet in Soenderborg ein Open-Air-Konzert gegen Rechts statt. Der Bus wird daher nicht unmittelbar nach der Demo, sondern so zurückfahren, dass er um 20.00 Uhr wieder in Flensburg ankommt. Personalausweis nicht vergessen.

Auf nach Sonderburg!

Treffpunkt & Abfahrt: ZOB Flensburg - 13.00h - Kosten: 3,00 €

NPD Verbot jetztKein Naziaufmarsch in Lübeck am 29.03.2008!

Donnerstag, 06.03.2008

Die Kampagne beat-them-back ruft alle engagierten AntifaschistInnen auf, sich an dem Protesten gegen den Naziaufmarsch in Lübeck Ende März zu beteiligen!
Treffpukt für die Abfahrt aus Flensburg ist um 06.45h am Bahnhof.

Aus dem offiziellen Flugblatt:

"Am 29. März wollen Mitglieder der NPD und an- dere Nazis wieder durch Lübeck marschieren.
Als Anlass soll der 66.Jahrestag der Bombardierung Lübecks durch die britische Luftwaffe herhalten. Das ist heuchlerisch und zynisch!

Es war das nationalsozialistische Deutschland, welches den 2. Weltkrieg verursachte und so Europa und die ganze Welt in Brand setzte.
Die Geschichte mahnt uns, den Nazis heute rechtzeitig und konsequent entgegenzutreten. Denn sie sitzen schon wieder in den Parlamenten und die Zahl ihrer Straf- und Gewalttaten steigt stetig an.

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder ein deutliches Zeichen setzen - für Demokratie und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit, Faschismus, Krieg und Geschichtsverdrehung.
Gemeinsam mit tausenden von Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher politischer, sozialer und kultureller Herkunft werden wir uns zu einer Kundgebung versammeln und so unseren Protest ausdrücken.

Im Anschluss an die Kundgebung wollen wir gemeinsam versuchen, uns den Nazis in den Weg zu stellen. Im Jahr 2006 ist uns dies in einer bunten Vielfalt der Bevölkerung gelungen.
Wir konnten den Marsch der Nazis stoppen und sie so aus der Innenstadt heraushalten.
2007 konnte ihre Kundgebung auf dem Kohlmarkt verhindert werden."

Weitere Infos:

Aktuelles

TineDie Schlammschlacht rechter Parteien im nördlichen Schleswig-Holstein

Dienstag, 22.12.2009

Das DVU-Neumitglied, der frühere Kreisvorsitzende der NPD in Nordfriesland, Kevin Stein, wird von seinen früheren Parteifreunden beschimpft, bedroht und angeblich auch angegriffen. Nun wehrt er sich, indem er an die Öffentlichkeit geht. Das Resultat ist ein spannender Roman direkt aus dem Leben. Der Titel könnte heißen: „Die (un)heimlichen Verbrechen der NPD in Nordfriesland“.

Laut eigener Aussage wird Stein von den Ex-Parteikollegen vorgeworfen Geld unterschlagen zu haben. Stein dementiert dies. Er habe, obwohl er ja Kreisvorsitzender gewesen wäre, nie Zugriff auf das Konto gehabt und wäre nicht einmal im Besitz einer Kontovollmacht gewesen. Stein kontert mit pikanten Details. Das Bekanntwerden dürfte Folgen für die NPD haben. „Weiterhin hatten mir damals mehrere Mitglieder bestätigt, dass der ehemalige Kreisschatzmeister der NPD, ein älterer Herr, früher höhere Spenden bekommen haben soll. Die soll er nie verbucht haben, sondern auf sein privates Konto eingezahlt haben. Ich selbst erinnere mich auch noch an die Anfangszeit meiner Mitgliedschaft in der NPD. Da hatte der Kreisverband zwischenzeitlich kein eigenes Konto mehr und wir sollten die Beiträge auf das private Konto des damaligen Schatzmeisters einzahlen.“

Der Wechsel von Kevin Stein hat jetzt schon massiv Wellen geschlagen. So wurden ihm kurz nach dem Wechsel die Fensterscheiben eingeworfen. „Ich dachte erst, das waren die Linksradikalen. Aber momentan glaub ich immer mehr, dass diese Tat aus ganz anderen Kreisen kam. Jeder kann sich ja jetzt denken aus welchen." Auch bedroht worden soll er sein: „Ich solle mich nicht mehr auf Demonstrationen sehen lassen, da ich eine falsche Schlange sei und zum “Judenverein DVU” gewechselt bin.“

Mittlerweile hat Stein Strafanzeige gegen den NPD-Kreisverband Nordfriesland/Schleswig-Flensburg gestellt. Im Verlauf dieses Verfahrens ist wohl mit dem Bekanntwerden einiger illegaler Aktivitäten vereinzelter Mitglieder zu rechnen. Manches nennt Stein schon jetzt. So soll beim stellvertretenden NPD-Kreisvorsitzenden, Arne Kaehne, „vor etlichen Monaten eine Hausdurchsuchung“ stattgefunden haben, bei der „Waffen im Spiel“ gewesen sein sollen. Zudem sollen Mitglieder der NPD Nordfriesland mit Prostitution und Rauschgifthandel zu tun haben. Doch Stein gibt noch mehr Insiderwissen preis. Zur Demonstration gegen ein "braunes" Husum am vergangen Samstag (21. November, btb), berichtigt er die polizeilichen Erkenntnisse: Seiner Aussage nach haben zwei Mitglieder des NPD-KV Nordfriesland vor einigen Wochen Straftaten in der Husumer Neustadt begangen. Die Polizei hat den Vorfall bislang nicht als politisch motiviert eingestuft.

(...)

Was an den Aussagen Steins dran ist, wird wohl erst durch polizeiliche Untersuchungen endgültig geklärt werden können. Klar ist jedoch, dass es eine turbulente Zeit für die rechten Parteien wird. Stein droht damit etwa "50 Mitglieder" der NPD zur DVU holen zu wollen. Die NPD wird sich das nicht gefallen lassen.

(Quelle: fair-berichten.de)

AntifaVom Flashmob zum Flashflop

Mittwoch, 19.08.2009

Um eine nicht geführte Diskussion über den Naziverbrecher und Hitlerstellvertreter Rudolf Heß künstlich am Leben zu halten, planten Neo-Nationalsozialisten für den 17. August 2009 die Durchführung sogenannter „Flashmobs“. Auf einer Internetseite der NS-Szene konnten über Hundert vermeintliche Veranstaltungsorte eingesehen werden; darunter auch der Südermarkt in Flensburg.

Nachdem die bundesdeutsche Naziszene in den letzten Jahren erfahren durfte, dass es einen weitreichenden Konsens aller nicht nazistischen politischen Kräfte gegen revisionistische Veranstaltungen von Hess-Verehrern gibt und angemeldete Aktivitäten in der Regel nicht mehr zugelassen werden, betritt das braune Milieu nun neue Wege, um der Öffentlichkeit ihren geistigen Quark aufzudrängen.

Als neue Wunderwaffe wurde nun die fünf minütige bundesweite Flashmobaktion aus dem Hut gezaubert, an der im „kameradschaftlichem“ Kreis die letzten Worte von Hess vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal gemeinsam gesprochen werden sollten.

Während in einigen wenigen Orten Deutschlands diese tiefbraune Zeremonie durchgeführt werden konnte, blieb es an den meisten Veranstaltungsorten aufgrund polizeilicher Präsens und antifaschistischen Gegenmobilisierung ruhig. So auch in Flensburg. Schon im Vorfeld glaubten lokale Antifas nicht an die Durchführbarkeit einer solchen Aktion in Fördestadt. Beat them back entschied sich daher für eine Mobilisierung auf Sparflamme. Dennoch begaben sich zu allgemeinen Begeisterung ca. 100 Antinazis zum Südermarkt, um eine eventuelle Provokation gebührend zu beantworten. Doch der „Hessmob“ blieb, wie in den meisten der anderen Städte, dem Platz fern.

AntifaDrei Veranstaltungen und vier Teilnehmer. NPD am Tropf?

Montag, 27.04.2009

Gleich drei „Mahnwachen“ wurden von der NPD am diesen Wochenende im nördlichen Schleswig-Holstein angemeldet. Für die NPD sollte es in einem Desaster münden: Eine Kundgebung in Tönning musste aufgrund antifaschistischer Proteste abgebrochen werden. Die in Friedrichsstadt und Kappeln sind ganz ausgefallen.

Die NPD rief am 25. April zur Kraftprobe und bekam mal wieder ordentlich die Leviten gelesen. Für Kappeln meldete Vorstandsmitglied Arne Kaehne aus Oster-Ohrstedt (Nordfriesland) eine sogenannte Mahnwache mit 30 bis 40 Teilnehmern an. Als Veranstaltungsorganisation sollte eine Gruppierung Namens „Freie Patrioten Schleswig-Flensburg“ fungieren. Allerdings gibt es weder diese Organisation, noch kommt Kaehne aus dem Kreisgebiet Schleswig-Flensburg.

Dass die Veranstaltung nicht stattfinden wird, wurde deutlich, als Kaehne bei einer von Kevin Stein (ebenfalls örtliches NPD Vorstandmitglied) angemeldeten Mahnwache mit Kundgebung in Tönning (Nordfriesland) auftauchte. Die Menschen Kappeln versammelten sich dennoch mit rund 100 Menschen und unterstrichen so ihre Ablehnung und anhaltende Einsatzbereitschaft gegen die NPD-Nazis. Im letzten halben Jahr kam es vermehrt zu Provokationen der NPD in der Schleistadt.

In Tönning erschienen anstatt der von Stein angemeldeten 15 Teilnehmer nur vier. Die Mobilisierungskraft der NPD tendiert Richtung null, denn neben dem Veranstaltungsanmelder und Arne Kaehne, erschienen nur Marc Tenten und Arne Trojan (beide Husum), die sowieso zur festen Ausstattung der braunen Gurkentruppe gehören.

Nach zirka 30 Minuten erreichten fast 40 Gegendemonstranten den Abbruch der NPD-Lachnummer. Die Hälfte der Propagandaschilder, peinlicherweise vom NPD-Landesverband Niedersachen, musste im zerbrochenen Zustand entsorgt werden. Mit quietschenden Reifen verließ die braune Abordnung dann eilig und unter Polizeischutz den Veranstaltungsort. Eine für die Mittagszeit in Friedrichsstadt (ebenfalls Nordfriesland) auch durch Stein angemeldete Kundgebung sagte die NPD dann, aufgrund der Proteste in Tönning und der zu erwarteten Fortsetzung in Friedrichsstadt, ab.

AntifaAntifaschistInnen verhindern geplante Naziaktionen in Kiel

Samstag, 18.04.2009

Am Samstag, dem 18. April 2009 verhinderten insgesamt einige hundert
Antifaschist/-innen verschiedene in Kiel geplante Aktionen von etwa 40
Neonazis.

Bereits am Vormittag versammelten sich gut 100 Antifaschist/-innen auf einer Kundgebung auf dem Bahide-Arslan-Platz in Gaarden, die sich gegen eine für Mittag im Stadtteil geplante Neonazi-Kundgebung richtete. Obwohl die Polizei noch am morgen kurzfristig geklebte antifaschistische Mobilisierungsplakate abriss, war die Stimmung auf den Gaardener Straßen deutlich davon geprägt, eine Aktion von Neonazis in keinem Fall zuzulassen. Als klar wurde, dass es den Neonazis aufgrund der zu erwartenden Gegenwehr aus der Gaardener Bevölkerung offensichtlich verboten wurde, hier aufzutreten, verlagerten sich die antifaschistischen Proteste in die Innenstadt.

Bereits seit frühem Vormittag hatten sich bis zu 40 Neonazis aus Kiel und anderen schleswig-holsteinischen Städten, u.a. aus Nordfriesland, aus dem Spektrum der NPD und dem Umfeld der "Aktionsgruppe Kiel" am Hauptbahnhof gesammelt, um von dort aus geschlossen zu einem Aktionsort zu gehen. Nachdem ihnen ebenfalls die Innenstadt verschlossen blieb, weil hier bereits ein angemeldeter Infostand des "Runden Tischs gegen Rassismus und Faschismus Kiel" stattfand, entfernten sich die Neonazis zunächst in kleineren Gruppen von ihrem Sammlungsort.

Währenddessen sammelten sich immer mehr Antifaschist/-innen am Infostand des "Runden Tischs", der sich dort mit einer parallel stattfindenden linken "Reclaim the Streets-Party" vereinigte, wobei zahlreiche antifaschistische Flugblätter an die Passant/-innen verteilt wurden. Gegen
14.30 Uhr versammelten sich am Rathaus zwei Großgruppen von insgesamt etwa 30 Neonazis, offensichtlich um die antifaschistische Versammlung auf dem Asmus-Bremer-Platz anzugreifen. Dieser Plan konnte durch das konsequente Eingreifen von Antifaschist/-innen verhindert werden. Nachdem ein Teil der Neonazis die Flucht ergreifen musste und sich andere von ihnen zum kleinen
Kiel zurückgezogen hatten, griffen mutmaßliche Neonazis dort scheinbar einen Passanten an, den sie offenbar für einen Antifaschisten hielten. Der Mann wurde verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Zwanzig Minuten, nachdem es am Rathausplatz/Kleinen Kiel zu den Auseinandersetzungen gekommen war, umstellten einige Fahrzeugbesatzungen Polizei grundlos den Asmus-Bremer-Platz und hetzten dort bissige Hunde auf die antifaschistischen Demonstrant/-innen, wobei mindestens ein Mensch durch Bisse verletzt wurde.

Nachdem die Neonazis mit einer Sonderfahrt der KVG unter Polizeibegleitung aus der Stadt gefahren wurden, entfernte sich ein Teil der Antifaschist/-innen, andere setzten die "Reclaim the streets-Party" auf dem Asmus-Bremer-Platz fort.

Insgesamt dürften heute trotz einer Mobilisierungszeit von nicht einmal 24 Stunden mindestens 300 Antifaschist/-innen an verschiedenen Orten Kiels aktiv die Aktionen der Neonazis verhindert haben. Mindestens 4 Antifaschisten wurden willkürlich fest bzw. in Gewahrsam genommen.

Julia Schmidt von der "Autonomen Antifa-Koordination Kiel" wertete den Tag als einen großen Erfolg im andauernden Kampf gegen Kiels derzeitiges Naziproblem: "Wir haben es geschafft, durch aktive Präsenz vieler Antifaschist/-innen auf der Straße die geplanten größeren Aktionen von Neonazis an diesem Samstag erfolgreich zu verhindern. Dies ist umso wichtiger, da dem seit bereits einigen Wochen andauernden aktivistischen Übermut der Nazis in Kiel so ein deutlicher Dämpfer verpasst werden konnte.
Erschreckend ist es, dass durch die offensichtliche Unfähigkeit oder den Unwillen der Kieler Polizei, die Lage in der Stadt realitätsnah einzuschätzen, scheinbar wiedermal ein Mensch von Neonazis, die sich von der Polizei völlig unbehelligt am Rande einer Antifa-Veranstaltung rumdrücken konnten, ins Krankenhaus geprügelt wurde. Glücklicherweise konnte der doch etwas waghalsige Versuch, die antifaschistische Kundgebung anzugreifen, durch beherztes Eingreifen von Antifas verhindert werden und endete in einem chaotischen Rückzug der Nazis. Dass die Kieler Polizei dann auch noch Antifaschist/-innen mit bissigen Hunden verletzt hat, ist ein Skandal, entspricht jedoch leider ihrem Umgang mit Anti-Nazi-Protest in der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz haben wir es heute gemeinsam geschafft, den Nazis eine längst überfällige Niederlage beizuführen, was allen Antifaschist/-innen in den bevorstehenden Aktivitäteten gegen Kiels Naziproblem und ihre widerliche rassistische, antisemitische und nationalistische Ideologie ein Maßstab sein sollte."

Der heutige Versuch Kieler Neonazis, eine Kundgebung durchzuführen, reiht sich ein in eine Vielzahl von Aktivitäten von Neonazis in der Stadt, die seit Ende Januar stark zugenommen haben, bisher aber über antifaschistische Kreise hinaus in der Öffentlichkeit kaum Beachtung fanden.

Rückfragen an die Autonome Antifa-Koordination Kiel: antifa-kiel@riseup.net
Weitere Infos: www.antifa-kiel.org

Flensburger WerftErfolg in Glücksburg – Brauner Marsch wird abgesagt!

Samstag, 21.03.2009

Spät kam die Informationen uns zu Ohren, aber sie kam noch rechtzeitig: Für Samstag, den 21. März 2009 hatten Neonazis einen Aufmarsch in Glückburg angemeldet.

Anlass war die Freilassung eines Sexualstraftäters, der sich erwiesenermaßen an einem Kind vergangen hat. Neonazis haben dieses sensible Thema für sich entdeckt. Sie greifen die Unzufriedenheit weiter Bevölkerungsschichten mit der strafrechtlichen Praxis im Umgang mit Sexualstraftätern auf und fordern radikal die „Todesstrafe für Kinderschänder“.

Unsere Initiative und weitere Antinazis zeigten aber den festen Willen, den Neonazis auch auf diesem inhaltlichen Gebiet kein Territorium zu überlassen: Wir mobilisierten innerhalb von 36 Stunden zu Protesten am Mittag und zu einer Gedenkveranstaltung am Abend.

Insgesamt folgten über 200 Menschen unseren Aufrufen. Gut 150 Antinazis hielten sich bis um 12 Uhr in der Nähe des Demotreffpunktes der Neonazis auf. Unter anderem dies veranlasste die 21-jährige einschlägig bekannte Anmelderin Julia Molter und den 25-jähgrigen vorbestraften Versammlungsleiter Marc Wenzel (beide Sörup / Kreis Schleswig-Flensburg) ihre Veranstaltung noch vor Beginn abzusagen. Die Absage erfolgte sicherlich auch, da die Veranstalter wohl nicht ansatzweise die Teilnehmerzahlen erreichen konnten, wie behördlich angemeldet waren (50-100 Personen).

Am Abend kamen in Glücksburg noch einmal rund 60 Menschen bei einer Gedenkveranstaltung zusammen. Hier wurde verdeutlicht, welches Erbe die braunen „Kinderfreunde“ in sich tragen. Gedacht wurde den 7500 Kindern, die zwischen 1941 und 1945 in das KZ-Theresienstadt deportiert wurden und dort, oder nach einem Transport in ein Vernichtungslager, durch die Nazis ermordet wurden. Für jedes Kind sollte ein Kerzenlicht entzündet werden.

Die nordfriesische NPD hatte, anders als von uns in der Vorbereitung vermutet, nichts mit der geplanten Veranstaltung zu tun. Bedenken, dass es Parallelen zum Aufzug vom September 2008, als 60 Neonazis zum gleichen Thema in Bredstedt (Kreis Nordfriesland) marschierten, geben könnte, bewahrheiteten sich nicht. Zum geplanten Veranstaltungsbeginn waren Kevin Stein und Co. gerade in Kiel und auf dem Weg nach Lübeck, wo am gleichen Tag eine Naziveranstaltung mit 45 Personen stattfand.

Flensburger WerftFlensburger Werft gegen Nazis

Mittwoch, 03.12.2008

Sein Pullover war Merchingdise der britischen Naziband Skrewdriver, auf seiner Kleidung waren SS-Runen zu sehen. Dass man so nicht zur Arbeit geht, musste der Neonazi Enrico D. Ende November auf der Flensburger Werft erfahren.

Enrico D. arbeitet eigentlich als Fliesenleger. Seine Firma bekam einen Auftrag der Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) und so landete D. kurzzeitig auf der Werft. Einem Arbeiter der FSG fiel sofort die Nazikleidung des „Gastarbeiters“ auf und sprach diesen darauf an, erntete aber lediglich dumme Bemerkungen, wie z.B. „Und? Was willst du dagegen machen?“ Ohne Umwege machte sich der couragierte Werftarbeiter auf dem Weg zum Betriebsrat und teilte diesem die Anwesendheit eines Nazis auf der Werft mit. Der Betriebsrat zeigte sich interessiert und zog sofort weiter zur Betriebsleitung, um diese wiederum zu informieren. Auch diese war entsetzt und so zogen Betriebsleitung, Betriebsrat und ein Schwung von Arbeitern in den Arbeitsbereich von D. Dem verdutzten Nazi wurde mitgeteilt, dass er sofort das Werksgelände zu verlassen habe. D. packte seine Sachen und wurde dann von etlichen Leuten zum Werkstor geführt. Seiner Firma wurde über die Betriebsleitung mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit eingestellt werde, sollte die Firma nochmals einer solchen Person einen Arbeitsauftrag auf der Werft übergeben.

Unsere Initiative spricht der Werft hiermit ihren Respekt für dieses konsequente Verhalten aus. Wir werden dieses vorbildliche Beispiel in unsere Antinaziarbeit einfließen lassen und in Betrieben, die Nazis beschäftigen, für ein solches Verhalten werben.

SolidaritätAntifa Solidaritätsbasar

Samstag, 01.12.2008

Einen gemütlichen Nachmittag konnten Antinazis vergangenen Samstag in Pauls Eck erleben. Der Jugendverband Fördebande hatte zum Solidaritätsbasar geladen. Politflohmarkt, Punsch und musikalischer Ohrenschmaus durch DJ Fancy sorgten für erfreulichen Zuspruch. Es konnte am Ende ein Solidaritätsbeitrag von insgesamt 350,00 € gezählt werden. Diese Summe wird nun Leuten zur Verfügung gestellt, die im Rahmen von Antinazi-Protesten mit der guten alten Justitia aneinander geraten sind und nun einen Rechtsbeistand in Anspruch nehmen müssen.

Antifa AktionErneute Schlappe für NPD

Samstag, 22.11.2008

Am Samstag den 22. November 2008 war die hiesige NPD erneut in Kappeln. Für die NPD galt es die Schmach einer Aktion zu tilgen, die sie am 25. Oktober in der Kappelner Innenstadt erlebten, als sie durch friedlichen Protest und militanten Widerstand eine herbe Niederlage verzeichnen mussten.

Doch auch bei diesem zweiten Anlauf erfuhr die NPD ein Desaster: Rund 150 Personen verschiedenster Couleur blockierten einen äußerst mager ausgestatteten Stand und übertönten durch Gesang, Rufe und Pfeifen komplett die Reden des stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden Jens Lütke. Nur ein starkes Polizeiaufgebot ermöglichte, dass ein NPD-Infotisch überhaupt aufgebaut werden konnte.

Das Erfreulichste an diesem Tag war aber weder die hohe Beteiligung an der Gegenveranstaltung, noch die Lautstärke des Protestes und auch nicht das vorzeitig erzwungene Ende des NPD Auftritts. Was uns als aktive Antifas am meisten entzückte, war die offensichtliche Schwäche der NPD hier bei uns im äußersten Norden: Obwohl die NPD-Veranstaltung wochenlang geplant wurde und die NPD, aufgrund der erlebten Demütigung im Oktober, auf einen Solidarisierungseffekt unter ihrer Kameraden hoffen durfte, und obwohl mit Jens Lütke ein Führungskader aus Schleswig-Holstein als Redner gewonnen werden konnte, schaffte es der NPD-Organisationsleiter Kevin Stein nicht, mehr als 8 (acht!) Personen zu dieser „Mahnwache mit Kundgebung“ nach Kappeln zu mobilisieren. Hierbei muss man sich auch noch vergegenwärtigen, dass es sich um einen Bezirksverband handelt, der sowohl die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und auch die Kreisfreie Stadt Flensburg vertreten will. Dieser Anspruch hat sich wohl spätestens jetzt als unhaltbar erwiesen.

Verantwortlich für diese Schwäche zeichnen ausgerechnet die Führungspersonen der NPD, die nicht in der Lage sind ein leider durchaus vorhandenes Potential, insbesondere in Nordfriesland, an die Partei zu binden. Mit Kevin Stein hat sich eine Person in der NPD festgebissen, die zwar scheinbar keine andere Beschäftigung als Parteiarbeit kennt, aber die interessierte Anhänger, durch ausgeprägte Defizite in der Persönlichkeit, langfristig eher verscheucht als motiviert. Die Dauerpräsenz Steins bei NPD-Aktivitäten hat sich für die braune Partei jedenfalls zum Eigentor entwickelt.

Ein weiterer Daueraktivist ist der 62-jährige Marc Tenten, der sich seit Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, seine Töchter misshandelt zu haben. Eine Anschuldigung, die selbst in der Naziszene nicht gern gehört wird und somit auch die Parteiarbeit belastet. Diese internen Missstände zu beheben, wäre eigentlich die Aufgabe des Bezirksvorsitzenden David Raeth, nur besitzt dieser weder Autorität noch Durchsetzungsvermögen.

Die Voraussetzungen für die weitere Auseinandersetzung mit der regionalen NPD können also besser fast nicht sein: - Unsere Mobilisierungskraft steigt weiter - Unser Antinazi-Netzwerk verdichtet sich - Die NPD wird von der eigenen Anhängerschaft nicht unterstützt - Das „Normalisierungs“-Konzept der NPD geht nicht auf.

siehe hierzu unser Flugblatt von Samstag (pdf, 16kB)

Antifa AktionNPD - Infostand in Jübek verhindert!

Samstag, 01.11.2008

Für Samstag, den 01. November 2008 plante die NPD erneut einen Infotisch im Kreis Schleswig-Flensburg aufzubauen. Dieses Mal sollte es die Gemeinde Jübek im westlichen Kreisgebiet treffen. Doch es kam anders: Antinazis bekamen von dem nicht veröffentlichten Vorhaben Wind und blockierten den Platz, der für die NPD vorgesehen war.

Spontan aufgerufen zu der Protestaktion hatten das Bündnis gegen Rechts aus Nordfriesland und unsere Initiative. Als dann der NPD-Trupp, um den importierten Sachsennazi Kevin Stein, in Jübek eintraf, blieb dem braunen Parteivolk nur der unmittelbare Rückzug. Die rund 40 friedlichen NazigegnerInnen, unter ihnen die Landtagsabgeordnete und SPD-Ortsvereinsvorsitzende Anna Schlosser - Keichel aus Jübek, setzten ihre feste Absicht durch, den Platz nicht zu verlassen, bis es für die NPD keinen Sinn mehr machen würde ihren Stand aufzubauen.

Juebek

Am Rande der Gemeinde rotteten sich indes ca. 20 Personen zusammen, die sich mit Schlagstöcken bewaffneten. Dabei handelte es sich um eine Mischung aus Dorfjugendlichen und Neonazis – einer von ihnen war sehr wahrscheinlich der NPD Bezirksvorsitzende David Raeth in seiner typischen Vermummung. Zu einem Angriff auf unsere Protestaktion kam es aber nicht.

Schon eine Woche vorher kam es zu teilweisen heftigen Protesten gegen eine Veranstaltung der NPD in Kappeln, bei denen auch mehrere NPDler verletzt wurden. Die regionale NPD schien im Laufe Oktober Oberwasser geschluckt zu haben, nachdem mehrere Aktionen in den Kreisen Nordfriesland (Friedrichsstadt, Bredstedt, Niebüll) und Schleswig–Flensburg (Kropp) ohne größere Störungen verliefen. Offensichtlich war das Wasser aber kontaminiert und die Folgen zeigen sich erst jetzt.

NPD Verbot jetztNazi-Outing in Flensburg

Freitag, 11.07.2008

Dass man sich in Flensburg als Nazi nicht aufführen kann, als wenn Nazideutschland den Krieg gewonnen hätte, bekam am gestrigen Montagnachmittag der 20-jährige Patrick Hartmund  zu spüren.

Im letzten Jahr fiel Hartmund regelmäßig durch Provokationen und Übergriffe gegen Linke und andere Menschen aus seinem NS-Hassbild auf. Außerdem ist Hartmund bekannt für seine besonders radikale Neigung zur Naziideologie.

Um eine öffentliche Diskussion loszutreten verteilten nun 30 Mitglieder und SympathiesantInnen unserer Initiative 1500 Outing-Flyer an zehn verschieden Stellen in Flensburg und Umgebung. Unter anderem wurden im Timmersiek - Handewitt seine Wohnadresse und  in Flensburg-Weiche seine Arbeitsstelle aufgesucht.

Durch das Outing soll Hartmund unter starken politischen und privaten Druck gestellt werden. Er soll spüren, dass sein NS-Gehabe nicht toleriert wird und zu großen Schwierigkeiten führt.

Der Outing-Flyer, der vor Ort verteilt wurde:

NPD Verbot jetztFlensburger Waldorfschüler erlebt Naziterror

Donnerstag, 27.12.2007 - letzte Änderung: 08.02.2008

Ein 16-jähriger Schüler aus dem Kreis Schleswig-Flensburg ist in das Visier von Neonazis geraten. Der Waldorfschüler wurde im Klassenraum während des Unterrichts von erwachsenen Neonazis aufgesucht und mit dem Tode bedroht. Nur zwei Wochen später erhält er Drohbriefe die jedes Maß an Humanismus vermissen lassen.

Erst vor einigen Monaten sorgte eine jugendliche Neonaziclique an der Flensburger Waldorfschule für Aufsehen: Linke Mitschüler wurden bedroht und ein jüdisches Mädchen mit Schmähbriefen belästigt.

Anfangs reagierte die Schule mit dem absurden Vorschlag politische Symbole und Slogans, die Jugendliche tragen bzw. bei sich führen, insgesamt von der Schule zu verbannen, auch dann, wenn sie sich gegen Rechtsradikalismus wenden. Nachdem die Zustände an der Schule aber auch an die Öffentlichkeit gelangten, besann sich die Schulleitung eines Besseren und organisierte im Sommer 2007 einen Aktionstag gegen Rechtsradikalismus.

Dass die Botschaft einer solchen Aktivität nicht alle Waldörfler erreichte, belegt ein Vorfall vom 13. Dezember 2007 eindrucksvoll: In einer Pause wurde ein Schüler der 9.Klasse, der sich in seiner Freizeit aktiv an der Antinaziarbeit der Flensburger Initiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ beteiligt, in eine Auseinandersetzung mit dem rechtsextremen Schüler Ruwen N. verwickelt. Der jugendliche Antifaschist konnte den Angriff abwehren und begab sich anschließend in den Klassenraum. Während der folgenden Unterrichtsstunde verschafften sich zwei Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren die Klasse. Sie waren bekleidet mit der Neonazimarke „Thor Steinar“ und „White Power“-Mütze. Vor den Augen und Ohren der Mitschüler und der Lehrkraft drohten die beiden dem besagten Schüler mit dem Tode und versuchten ihn zu attackieren. Der Lehrer griff daraufhin beherzt in die zu eskalierende Situation ein und verwies die Angreifer aus dem Klassenraum.

Bei dem einen Mann handelte es sich um den Vater des jugendlichen Rechtsextremisten, der den Angriff seines Sohnes wohl fortsetzen wollte. Nach dieser skandalösen Verletzung der Schutzzone Schule und der massiven Bedrohung eines Schutzbefohlenen, beabsichtigte die Schulleitung Strafanzeige gegen die Männer zu stellen. Diese Ankündigung wurde aber schon bald wieder zurück gezogen. Als Reaktion wurde dem Vater lediglich ein Hausverbot ausgesprochen.

Unser Meinung nach ein verharmlosender und skandalöser Umgang mit einem besonders perfiden neonazistischen Übergriff, auf den eine Schulleitung, zum Schutze gefährdeter Schülerinnen und Schüler, mit aller Konsequenz antworten müsste. Ein strafrechtliches Nachspiel musste nun von der Familie des Schülers selbst in die Wege geleitet werden.

Nur eine Woche nach den Ereignissen erhielt der betroffene Schüler weitere Drohungen, die an Niederträchtigkeit kaum zu überbieten sind. Ein ehemaliger Waldorfschüler, der 16-jährige Felix G., kündigt im Namen von „Flensburger Kameraden“ über das Internetforum „Schüler-VZ“ einen Angriff auf das Zuhause des Schülers an: „genug der worte wir habe ja jetzt deine adresse und werden uns sicherlich balt treffen freu mich schon darauf dir in deine rote fresse zu treten“ (Fehler im Original).

Der jugendliche Antifa wohnt mit seinem Vater in einer Gemeinde an der Flensburger Förde. Seine Mutter ist im Frühjahr 2007 gestorben. Auch diese Tatsache ist den Neonazis bekannt und findet eine unerträgliche Verwendung in den Drohlettern. Die Mutter wird als „rote mist ratte“ und „hure“ verunglimpft, die „hofendlich schön qualvoll“ verstorben sei (Fehler ebenfalls im Original). Auch in dieser Angelegenheit stellte die betroffene Familie Strafanzeige.

Unsere Initiative hält diese Geschehnisse für weitere deutlichste Zeichen, die auf eine sich brutalisierende Neonaziszene auch in unserer Region hinweist. Bei einem Ausbleiben strafrechtlicher, aber auch gesellschaftlichen Konsequenzen muss auch mit einem weiteren Anwachsen des neonazistischen Selbstbewusstseins und weiteren Taten dieses Formates gerechnet werden.

Neonazis müssen in unserer Gesellschaft endlich eine radikale Ablehnung erfahren – verharmlosende Reaktionen, wie die der Waldorfschule, fördern nur eine schleichende Gewöhnung an einen neuen Naziungeist.

Wir sind froh, dass unserem junge Aktivisten bisher zumindest kein körperlicher Schaden entstanden ist. Wir erklären uns solidarisch mit ihm und seiner Familie und werden unser Möglichstes tun, um die Familie vor weiteren Anfeindungen und Angriffen zu schützen.

Gemeinsam gegen Neonazis!

NPD Verbot jetzt"Gemeinsam gegen Neonazis" in Berlin

Dienstag, 16.0.10.2007

Auf Einladung der VVN-Bundesorganisation werden wir auf dem Abschlussfest der No NPD - Kampagne unseren Beachclub präsentieren.

Die Veranstaltung findet am Samstag, den 10.11.2007 in Berlin statt, und zwar am Prenzlauer Berg im Palais der Berliner KulturBrauerei in der Schönhäuser Allee 36.

Wir freuen uns riesig über die Einladung und sehen es als weiteren Erfolg unserer Kampagne Beachclub '07.

Mehr Infos zu dem Event und zum Erfolg der bundesweiten Kampagne findest Du auf der Homepage der bundesweiten Kampagne unter www.npd-verbot-jetzt.de.

Beach Bucket1000er Grenze geknackt!

Freitag, 24.08.2007

Im Zusammenspiel mit dem Riesebyer Arbeitskreis "Wir gegen Rechts" erlebte unser Beachclub einen interessanten und würdigen Tourabschluss.

Unser Aufenthalt in Rieseby würde von reichlicher Medienpräsenz begleitet und von örtlichen und regionalen Antinazis gut angenommen.

Wir konnten über 110 Unterschriften für die Forderung nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren verzeichnen und somit nun verkünden, dass im Laufe der vergangenen Woche insgesamt über 1000 Menschen sich im nordlichen Schleswig-Holstein dieser politischen Forderung angeschlossen haben.

Nennenswerte Provokationen oder evtl. Gegenaktionen der NPD oder anderer Nazis blieben auch in Rieseby aus.

Unsere Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" geht gestärkt aus der Aktionswoche, bedankt sich bei allen UnterstützerInnen der Beachclub-Kampgane, freut sich über die vielen neuen Kontakte zu örtlichen Antinazis und verspricht für die Zukunft weitere Aktivitäten gegen die NPD und Neonazismus.

Rieseby
Rieseby

Rieseby
Rieseby

Beach GlassesBredstedt burnt!

Donnerstag, 23.08.2007

Am Donnerstag konnte der Beachclub erstmalig ein angemessenes Strandwetter verzeichnen! Die Sonne sorgte für eine relaxte Stimmung und Topumsätze beim örtlichen Eisdealer. Super war auch das Feedback in Bredstedt: Ein größere Zahl von gezielten BesucherInnen und 190(!!!) Unterschriften für ein neues NPD-Verbotsverfahren machten den Ausflug ins tiefste Nordfriesland zu einem erfolgreichen Sommererlebnis.

Beach ShellEasy going am Mittwoch

Mittwoch, 22.08.2007

Im Vorfeld unseres Besuches in der &qout;Soldatengemeinde&qout; Kropp, war uns schon bewusst was uns erwarten würde: Nicht viel.
Der Ort ist ein 1a Beispiel für ödes Fleckchen Zivilisation. Unser bachclub wirkte dagegen geradezu exotisch.

Die tristen Umstände brachten es aber auch mit sich, dass wir einen entspannten Nachmittag bekamen. Lateinamekanische Klänge von DJ Nelson aus Honduras verbreiteten gute Laune und nach einiger Zeit gesellten sich auch einige Einheimische zu uns, die unsere Aktion mehr als begr üssten. Sie erzählten uns von NPD-Aktivitäten vor Ort, und wir erzählten, dass wir nur deswegen dort seien.

Immerhin konnten 75 Unterschriften für ein neues NPD-Verbotverfahren gesammelt werden. Und falls hier irgendjemand mitlesen sollte, der hofft, dass uns das gestrige Unwetter getroffen hat: Vergiss es - um Kropp macht scheinbar selbst das mieseste Wetter einen Bogen. Kein Wunder also, dass sich die NPD hierhin gezogen fühlt...

Beach CloudShit happens…

Dienstag, 21.08.2007

Wir haben nie behauptet, dass die Sonne für uns immer scheint! In Leck erlebten wir einen total verregneten Nachmittag und die Besucherzahl war dementsprechend dürftig. Umso mehr freuten wir uns über die 10 Antifakids, die Wind und Wetter nicht scheuten und bei uns ausharrten. Queen Bee und Chris Cutter schafften es dazu mit ihren Beats die Stimmung auf einem nichtregnerischen Level zu halten. Kampagnenunterschriften kamen trotz der widrigen Verhältnisse zirka 80 zusammen.

Beach GuitarRespekt Süderbrarup!

Montag, 20.08.2007

Statt auf eine verschlafene Kleinstadt im Zentrum Angelns stieß der [.beat-them-back.] beachclub am Montag auf ein erfreulich großes Interesse in Süderbrarup. Wir sind erstaunt über die große antifaschistische Jugendszene vor Ort und froh über die neuen Kontakte, die wir knüpfen konnten.

Für die No NPD - Kampagne konnten wir selbst in Süderbrarup in knappen drei Stunden über 120 Unterschriften sammeln. Die neonazistischen Drohungen, die uns im Vorfeld aus Süderbrarup erreichten, verpufften vollends. Das &qout;beeindruckend konsequente&qout; lokale Nazihäuflein zog sich lieber stillschweigend in ihre Stamm-Dönerbude zurück. Dönerland erwache! Für die Aufrechterhaltung der Stimmung sorgten zwischenzeitlich eine handvoll Neonazis aus Schleswig. Offensichtlich zur Provokation angereist, mussten diese aber schon vor erreichen des beachclubs den Rückweg antreten. Antinazis verwehrten den Nazis souverän den Zutritt.

Suederbrarup
Suederbrarup

Beach Sandal280 Unterschriften in Husum!

Sonntag, 19.08.2007

Einen weiteren netten Strandtag verbrachte [.beat-them-back.] am Sonntag in Husum. Unterstützt von ca. 40 örtlichen Antinazis konnte der beachclub mit seinem rund 20-köpfigen Team auf dem Marktplatz ein ansprechendes antifaschistisches Ambiente bieten.

Musikalisch abgerundet wurde der Strandaufenthalt vom Lokalmatadoren Marten. Für die NPD-Verbot jetzt! - Kampagne konnten satte 280 Unterschriften gesammelt werden! Ein Versuch der örtlichen NPD-Narren Kevin Stein und Marc Tenten den beachclub schon beim Aufbau zu provozieren scheiterte kläglich. Die Veranstaltung konnte störungsfrei durchgeführt werden. Danke Husum!

Beach BucketAuftakt der No-NPD Tour - we got the party started

Samstag, 18.08.2007

Scheint die Sonne auch für Nazis? In Schleswig tut sie es nicht! Am Samstag startete der [.beat-them-back.] beachclub in Schleswig auf dem Capitolplatz seine einwöchige Tour durch den Norden Schleswig-Holsteins.

Bei unserer Ankunft stellten wir mit Freude fest, dass bereits schon BesucherInnen vor Ort auf uns warteten. Unter Reggaeklängen vom Smalltown Soundstation kam es am Infotisch, im Strandkorb und am Tischkicker zu angeregten Gesprächen zwischen Strandbesuchern und Mitgliedern unserer Initiative. Rund 140 Personen setzten sich mit ihrer Unterschrift für eine Neuauflage eines NPD-Verbotsverfahrens ein. Neonazis hielten sich vom beachclub fern. Es blieb bei billigen Provokationen aus vorbeifahrenden Autos. [.beat-them-back.] bedankt sich für die solidarische Unterstützung aus Schleswig und Süderbrarup!

Beach UmbrellaLetzte Änderungen...

Freitag, 17.08.2007

Wie das so ist, gibts immer kurz vorm Start noch Änderungen... In Süderbrarup stehen wir jetzt doch nicht vor dem Maxi-Döner, sondern auf dem Parkplatz vor Grill-Maxx in der grossen Strasse. Ansonsten wie gehabt- wir bringen die Party mit!

Beach PalmeFrisches zum beachclub

Mittwoch, 15.08.2007

Wir haben Smalltown Soundstation und die DJs "Mr. Nice & Horst Spider" für den beachclub gewinnen können! Wer in Deiner Stadt auflegt? Finde es raus!

Ausserdem findest Du jetzt auch die Zeiten und endlich auch fast überall die Orte, an denen wir unseren Strand für Dich aufschlagen.

SmileMehr Inhalte und Infos

Dienstag, 14.08.2007

Stück für Stück füllt sich hier alles mit Informationen. Die meisten Infos zu den einzelnen Veranstaltungsorten unserer beachclub '07-Tour sind jetzt online.

WorkNeue Homepage im Aufbau

Freitag, 10.08.2007

Hier entsteht stückweise die neue Homepage der Kampagne beat-them-back der Flensburger Initiative Gemeinsam gegen Neonazis.

Wir bemühen uns, so bald wie möglich alles an Infomaterial online zu stellen und während der Kampagne von den Aktionen zu berichten. In ein- bis zwei Tagen sollte hier schon viel mehr zu finden sein! Ausserdem finden sich solange weitere Infos auf den Seiten der Fördebande

Ausserdem gibts hier noch die alte Seite mit Aktionen zur Landtagswahl 2005 im Archiv.

Presseberichte

Die Berichte werden von uns ohne inhaltliche Kürzung oder Veränderung veröffentlicht und geben nicht notwendigerweise unsere Meinung wieder noch übernehmen wir die Verantwortung für inhaltliche Korrektheit.

Das Urheberrecht für alle Artikel im Bereich Presseberichte liegt beim jeweiligen Verfasser oder Urheber.

shz logoMobile Strand-Aktionen gegen Neonazis

Flensborg Avis von Do, 16.08.2007 | Rubrik "Von Küste zu Küste", Seite 12

ArtikelfotoSCHLESWIG. Nach Erkenntnissen der Flensburger Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" bemüht sich auch im Norden Schleswig-Holsteins ein neuer NPD-Verband um politische Einflussnahme. Die Aktivitäten des Kreisverbandes Nordfriesland/Schleswig-Flensburg gäben der Inititiative Anlass aufzuhorchen und "zivilcouragierte Gegenstrategien" zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung. Deshalb wolle man die Menschen in der Region für die Thematik sensibilisieren und den Vorstoß der Neonazis zurückdrängen.
Gekoppelt mit der Kampagne "NPD-Verbot jetzt!" wird die Initiative vom 18. bis 24. August sieben Orte in der Region mit einem mobilen Strand besuchen, in Beach-Atmosphäre Stellung gegen die NPD beziehen und Unterschriften für ein neues NPD-Verbotsverfahren sammeln.
Die Aktion startet am 18. August auf dem Capitolplatz in Schleswig und findet an den folgenden Tagen in Husum auf dem Marktplatz, in Süderbrarup am Freibad, in Leck auf dem Kirchplatz, in Kropp vor "Kloppenburg", in Bredstedt auf dem Marktplatz und in Rieseby an einem noch nicht bekannten Platz statt. Beginn ist jeweils um 15 Uhr, Schluss am Sonnabend und Freitag jeweils um 20 Uhr sowie an den anderen Tagen um 18 Uhr. (FIA)

shz logoHeute Aktion gegen Neonazis

Schleswiger Nachrichten von Sa, 18.08.2007 | Lokalteil, Seite 9

Schleswig/sn - Die Flensburger Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" plant eine Kampagne mit dem Titel "NPD-Verbot jetzt!" Die Menschen in der Region sollen sensibilisiert werden und dabei helfen, den Vorstoß der Neonazis zurück zu drängen. Die erste Aktion findet am heutigen Sonnabend von 15 bis 20 Uhr auf dem Capitolplatz statt. Weitere Termine sind am 20. August am Freibad Süderbrarup sowie am 22. August in Kropp vor Kloppenburg. Die Initiatoren wollen unter anderem Unterschriften für ein neues NPD-Verbots.ver-fahren sammeln.

shz logoStrandclub gegen NPD-Umtriebe im Norden

Flensburger Tageblatt vom 21.08.2007 | Rubrik "Aus der Region", Seite RegNo1

Aktionsbündnis sammelt Unterschriften für ein Verbot der Partei

Husum/Schleswig/Rieseby/th - "Wir wollen etwas gegen die schleichende Gewöhnung an NPD-Aktivitäten tun." Mit diesen Worten fasst Torben Mayer vom Asta der Uni Flensburg die Zielrichtung des linken Aktionsbündnisses "beat them back" (= "Schlagt sie zurück") gegen nationalsozialistische Umtriebe.

Beachclub In Hususm, Schleswig und Süderbrarup machte der "Beachclub" (Strandclub), in dem Unterschriften für ein NPD-Verbot gesammelt werden, bereits Station - Leck, Bredstedt, Kropp und Rieseby stehen noch auf der Tourliste. Man reagiere mit dem "Beachclub"-Projekt auf rechte Propaganda-Aktivitäten unter anderem in Leck, Rieseby und Silberstedt sowie auf die Unterstützung eines Landratskandidaten in Nordfriesland durch die NPD, so Mayer: "Wir sind nicht bereit, diese Entwicklung als Normalität hinzunehmen. Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus gehören in die Verbannung."

Die Politiker demokratischer Parteien sollten es vermeiden, bei Podiumsdiskussionen mit NPD-Vertretern in einen Dialog zu treten, rät Bündnis-Sprecher Mayer.

Zum "Beachclub"-Bündnis gehören neben dem Asta eine Gewerkschaftsinitiative sowie linke Jugendorganisationen aus dem Flensburger Raum.

shz logoAufklären und Unterschriften

Eckernförder Zeitung von Sa 25.08.07 | Regionalteil Schwansen, Seite 14

Aufklären, informieren und Unterschriften sammeln gegen Rechts — gestern machte der "Beachclub '07" der Flensburger Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" Station in Rieseby. Mit einem eigenen Infostand war auch der Riesebyer Arbeitskreis "Wir gegen Rechtsradikalismus" vor Ort und stand Rede und Antwort.

ArtikelfotoRieseby/dis - "Alles, was gegen Nationalsozialismus und Gewalt ist, ist gut", sagte Hartmut Hansen und lobte das Engagement des "Beachclubs" und des Arbeitskreises. Er habe als junger Mann die Nazis noch erlebt, und vermisse bei der Jugend heute das Wissen über die Geschichte. Genau darum geht es auch der Flensburger Initiative, die bereits mit ihrem Club sechs weitere Orte im Norden besuchte. "Wir stellen immer mehr fest, dass die Bürger sich an das Auftreten der Nazis gewöhnen, und es hinnehmen", sagte Torben Mayer, Sprecher der Initiative und Mitglied des beteiligten Asta (Allgemeiner studierender Ausschluss) an der Uni Flensburg. Mit dem Besuch in Rieseby wolle die Initiative das Engagement in der Gemeinde unterstützen, ergänzte Juliane David.

Neben der Aufklärung der Bürger macht sich die Flensburger Bewegung für ein erneutes NPD-Verbotsverfahren stark. Dazu wurden Unterschriften gesammelt - mit den in Rieseby bis zum Nachmittag gesammelten deutlich über 900.

Und auch am Stand des Arbeitskreises wurde reichlich diskutiert und beraten. Zahlreiche Mitglieder wechselten sich ab und sammelten ebenfalls Unterschriften, um zu sehen, "auf wen wir in der Gemeinde zählen können", berichtete Gabriele Behring.

Zu Zwischenfällen mit Mitgliedern der rechten Szene kam es bis Redaktionsschluss nicht. Einige Peesonen hatten zunächst ans großer Entfernung die Veranstaltung beobachtet, sich dann aber zurückgezogen.

Die örtliche Polizeistation war mit zusätzlichen Beamten aus Eckernförde verstärkt worden. Bei Bedarf hätte Einsatzleiter Stefan Neumeister kurzfristig auf weitere Beamte zurückgreifen können.

shz logoStrandatmosphäre gegen Rechtsradikale

Kieler Nachrichten von Sa, 25.08.2007 | Regionalteil Eckernförde - Rieseby, Seite 35

Flensburger Initiative machte mit Ständen Station in Rieseby

Rieseby - Auf ihrer "Beachtour" besuchte die Flensburger Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" am Freitagnachmittag Rieseby. Von Nicole Gifhorn

Artikelfoto"Wir wollen Jugendliche, die einer rechten Jugendkultur angehören, mit einem lockeren Ambiente mit Musik, Tischkicker und Strandfeeling ansprechen", erklärt Mitorganisator Torben Mayer, der mit 20 weiteren Personen seit einer Woche von Schleswig, Husum über Süderbrarup, Leck nach Rieseby reiste. "Es kann nicht sein, dass Stände und Aktionen der NPD zum normalen Alltagsbild gehören - damit wollen wir uns, auch mit den Leuten vor Ort, kreativ auseinandersetzen", sagt Juliane David, die ebenfalls der Flensburger Initiative aus Schülern und Studenten angehört.

Am Tischkicker amüsiert sich Dennis Enz: "Die Musik ist cool und die Aktion ist eine tolle Idee", findet der 15-jährige Riesebyer. Nicht nur von seiner Schule in Rieseby weiß er um die Probleme mit Rechtsradikalen, die "immer mehr zunehmen". Dennoch glaubt er nicht, dass mit solch einer Veranstaltung etwas erreicht wird: "Die Politiker müssen von oben etwas entscheiden." Unterschrieben hat er die Unterschriftenliste des "Vereins der Verfolgten des Nationalsozialismus", der ein neues NPD-Verbotsverfahren anstrebt.

"Wir haben zufällig von der "Beachtour" erfahren und den Kontakt zu den Flensburgern aufgenommen", berichtet Gabriele Behring vom Riesebyer "Arbeitskreis gegen rechts". Von einer Riesebyerin wurde sie während der Veranstaltung angesprochen: "Die alte Dame konnte viel erzählen, weil sie selbst die Zeit erlebt hat und bereits darauf wartete, dass in Rieseby den Rechten etwas entgegesetzt wird.

shz logoSchüler bekam Morddrohungen übers Internet

Flensborg Avis von Di, 15.01.2008 | Titelseite & Regionalteil Flensburg Seite 3

Der folgende Artikel ist in dänsicher Sprache erschienen, Übersetzung durch beat-them-back.de. Bei Anmerkungen zur Übersetzung wenden Sie sich bitte an uns.

Titelseite

Flensburg. Am Anfang waren es kleine Schlägereien auf dem Schulhof, aber schließlich wurden es Morddrohungen übers Netz – wahrscheinlich von rechtsextremen Gruppen.

Ein linksorientierter Schüler einer Schule in Flensburg hatte seit längerem Streit mit einem Mitschüler.

Zuerst tauchte der Vater des Schulkameraden im Klassenzimmer auf und drohte ihm im Beisein aller mit Schlägen und mit Mord, wenn es wieder Ärger geben sollte.

Dann kamen rechtsextreme Drohungen über die Internet-Seite www.schuelervz.de [Im Original: www.schülerverzeichnis.de, der Übers.], unterschrieben von „Gamer gegen Links“. Dem Schüler ist bekannt, wer die Drohungen, ihn zu Hause aufzusuchen und ihm ins Gesicht zu treten, ausgesprochen hat, und hat die Täter bei der Polizei angezeigt

„Das sind die Flensburger Nazis, die mir drohen“ , ist der Schüler überzeugt.

„Die Episode an der Schule ist eine Einzeltat von zwei Jugendlichen, die schon länger Streit hatten“, meint die Polzei. Mehr auf Seite 3

Seite 3 – Lokalteil Flensburg

Schüler von Rechtsextremen bedroht

Rechtsradikalismus. Einem Flensburger Schüler wurden Schläge und Mord angedroht, vermutlich weil er aktiver Antifaschist ist.

Flensburg. „Ich werde von Nazis bedroht. Ich bekam eine ernst gemeinte Morddrohung.“, sagt Sven L. (Name von der Redaktion geändert).

Sven ist nicht sonderlich groß und sieht alles andere als gefährlich aus, hat aber keine Angst sich zu prügeln. An einem Dezembertag bekam sich der 16-jährige mit einem Mitschüler in die Haare.

Beide besuchen an der Flensburger Waldorfschule eine Sonderklasse, wo sie mit besonderer Unterstützung auf den Hauptschulabschluss im Sommer vorbereitet werden.

Daran ist sicher nichts besonderes. Aber Sven hat Kontakte zur Fördebande, mit über 300 Mitliedern die viert-größte Jugendorganisation in Flensburg. Die Fördebande kümmert sich um Sport und vieles mehr, hat aber auch eine antifaschistische und linksorientierte Zielsetzung.

Sein Klassenkamerad hat Sven zufolge dagegen Anschluss an rechtsextreme Kreise in Flensburg.

Schläge angedroht

Eine Stunde nach der kleineren Keilerei auf dem Schulhof, an der Sven sicher nicht ganz unschuldig war, tauchte der Vater des Klassenkameraden im Klassenzimmer in Begleitung eines anderen erwachsenen Mannes auf. Mitten im Unterricht und im Beisein des Lehrers drohten sie Sven mit Schlägen.

„Der Vater drohte mir außerdem mit dem Tod, wenn ich jemals wieder etwas gegen seinen Sohn unternehmen sollte“, sagt Sven.

Wenig später tauchte eine Mail an ihn auf der Seite schuelervz.de [Im Original: www.schülerverzeichnis.de, der Übers.] auf, die Sven und seine Klassenkameraden als Chat-Raum benutzen. Wieder gab es Drohungen.

„Jetzt haben wir Deine Adresse und werden uns sicher bald treffen. Ich freue mich bereits darauf, Dir in Deine Fresse zu treten, so wie Du es mit deinen Klassenkameraden tust. Weiterhin einen schönen Tag, Du rote Sau. Lieber tot als rot. 88 Grüße – die Flensburger Kameraden“, stand in der Mail in fehlerbehaftetem Deutsch.

Die Abkürzung „88“ steht für H.H. – Heil Hitler.

Sven kennt den Absender – ein Freund seines Klassenkameraden.

Erschreckt

„Und dann waren da andere Kumpels meines Klassenkameraden, die mich auch bedroht haben“, sagt Sven L., der sich ziemlich erschrocken, aber auch wütend über das war, was auf seiner Schule vor sich ging. Er hat den Absender des Briefes sowie den Vater des Schulkameraden bei der Polizei angezeigt.

Sven erklärt auch, wie die Sache begann.

Er sagte etwas zu dem Klassenkameraden über seine Kleidung – Sven zufolge Nazi-Klamotten.

„Er bekam mehr und mehr Kontakt zur rechten Szene. So kannte ich ihn gar nicht“, sagt er.

Die Schule reagierte prompt nach der offenen Drohung des Vaters vor der ganzen Klasse. Er bekam Hausverbot in der Schule.

„Unserer Meinung nach ist das ein recht heftiges Mittel“, sagt der Pressesprecher der Schule, Henning Kullack-Ulblick

Sven erzählt, er habe in Absprache mit der Schule nach der Drohung mehrere Tage zu Hause bleiben müssen. Danach wurde er von einem Lehrer zu einer anderen Bushaltestelle gefahren, wenn er nach der Schule nach Hause musste. Er wohnt in einer Gemeinde westlich von Flensburg, derselben Gemeinde, in der auch sein Schulkamerad wohnt, und sie fahren im selben Bus.

„Wir haben zu den beiden gesagt, dass einer vorne und einer hinten im Bus sitzen muss, damit kein Konflikt entsteht“, sagt Henning Kullack-Ulblick.

Keine Zeit für Politik

Sven erzählt, das er im Augenblick gar keine Zeit für politische Arbeit hat, weil er sich auf seinen Schulabschluss vorbereiten muss. Er war ein paar Mal in den Räumen der Fördebande in der Norderstrasse, aber richtig aktiv im Verband war er nie, sagt er.

„Ich finde ihre antifaschistische Aktion „beat-them-back“ gut, war daran aber nicht sonderlich beteiligt“, sagt er.

Dirk Thöming

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Flensburgs Rechtsextreme verhalten sich ruhig

Hintergrund. Der Polizei zufolge dreht es sich um einen Einzelfall auf der Waldorfschule. Antifaschistischer Zusammenschluss kritisiert die Haltung der Schule.

Flensburg. Bei der Polizei in Flensburg sind Anzeigen der beiden Schüler, die sich auf der Waldorfschule in die Haare bekamen, eingegangen.

"Sie haben sich so gesehen gegenseitig angezeigt", sagt Ketel Petersen, der Leiter des Staatsschutzkommissariates in Flensburg.

Die beiden hatten bereitsvor einem halben Jahr Unstimmigkeiten, damals berichtete die linksorietierte Tageszeitung (taz) aus Hamburg darüber.

"Aber es dreht sich nur um zwei Personen, die in eine Keilerei verwickelt sind. Es gibt keine Rechtsextreme Szene auf der Waldorfschule.", sagt der Polizist.

Er ist auch nicht der Meinung, dass es eine ausgeprägte rechtsextreme Szene in Flensburg gibt.

"Es gibt einige Rechtsextreme in Flensburg. Aber die rechtsextreme Szene war früher sichtbarer. Sie ist zur Ruhe gekommen.", sagt Ketel Petersen.

Nazistischer Hintergrund

Sven L. ist sich sicher, dass der Vater des Kameraden, der ihn im Unterricht bedrohte, einen neonazistischen Hintergrund hat.

"Allen in der Klasse war klar, dass hier zwei Neonazis stehen. Die Kleidung war u.a. von der Marke "White Pride", weisser Stolz.", sagt Sven.

Henning Kullack-Ublick, Mitglied der Leitung der Waldorfschule, legt Wert auf die Feststellung, dass es keinen rechtsextremen Zusammenschluss auf der Schule gibt.

Der Konflikt ist Realität

Er räumt ein, dass es den Konflikt zwischen Rechts und Links gibt.

"Die Auseinandersetzung findet eigentlich ausserhalb der Schule statt. Es gibt eine Drohung, die von rechtsextremen Menschen ausgeht, aber diese Menschen haben nichts mit unserer Schule zu tun.", sagt er.

Henning Kullack-Ublick erzählt, dass die Schule eine kritische Haltung zu Rechtsextremisten hat. Die Schule hat ein Verbot gegen gewisse Symbole ausgesprochen, die zu Gewalt auffordern. Zwei Schüler mit nazistischem Hintergund verliessen dem Leitungsmitglied der Schule zufolge freiwillig die Schule.

"Im einen Fall ist dabei zumindest zweifelhaft, ob der Junge wirklich Nazist war."

Fühlte sich gemobbt

"Der andere Junge war nur 14 Jahre alt. In beiden Fällen haben sie die Schule verlassen, weil sie sich rausgemobbt fühlten.", sagt Henning Kullack-Ublick.

Sven L. und sein Klassenkammerat haben Mediation angeboten bekommen, also Anti-Gewalt Training.

"Wir sind inmitten eines intensiven Prozesses um die beiden wieder zusammen zu führen", sagt Henning Kullack-Ublick. Torben Meyer, Sprecher der Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" und einer der Leiter der Fördebande, kritisiert die Haltung der Schule.

Unzulänglich

Er ist nicht der Meinung, dass die Schule ausreichend gegenüber den beiden Erwachsenen, die Sven L. mitten im Unterricht bedroht haben, reagiert hat.

"Die Schule hätte die beiden Nazis zumindest anzeigen müssen. Sie fühlen sich allzu sicher in ihrer Sache, da sie sich trauen, mitten im Unterricht aufzutreten und einen Schüler mit dem Tode zu bedrohen.", sagt er.

Torben Meyer geht davon aus, das Sven L. in reeller Gefahr schwebt, in seiner Heimatstadt überfallen zu werden.

Dirk Thömig